Naturschutzstation Schloss PrießnitzProjekteAusstellung Lebensraum Prießnitz
Die neue Dauerausstellung in Prießnitz mit dem Forscherschreibtisch, in dem es einiges zu entdecken gibt! – Foto: Julia Langer
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Die neue Dauerausstellung in Prießnitz mit dem Forscherschreibtisch, in dem es einiges zu entdecken gibt! – Foto: Julia Langer

Natur entdecken im Schloss Prießnitz

Die neue Dauerausstellung zum Naturschutzgebiet Prießnitzer Wald

Nachdem die NABU-Naturschutzstation „Teichhaus Eschefel“ von ihrem historischen Standort 2025 mit ihrem gesamten Team in das Schloss Prießnitz umgezogen ist, gibt es nun auch etwas Neues zu entdecken: Die Dauerausstellung zum Naturraum Prießnitz ist fertig!

Unter Verwendung ausgewählter Elemente der ehemaligen Ausstellung „Eschefelder Teiche“ ist eine vollständig neu konzipierte Ausstellung entstanden. Im Mittelpunkt steht das Naturschutzgebiet Prießnitzer Wald mit seinen besonderen Lebensräumen sowie der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Arten vorzustellen. Die Ausstellung zeigt vor allem, wie eng Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume miteinander verbunden sind – und warum es sich lohnt, diese Lebensräume zu schützen.

Zu entdecken gibt es dort einige ganz besondere Bewohner des Prießnitzer Waldes. Der Eisvogel steht dabei ebenso für die naturnahen Gewässer und ihre Bedeutung wie die Mopsfledermaus und das Große Mausohr für die Vielfalt der Fledermausfauna. Neben dem Hörspiel, in dem zwei Fledermäuse zu Wort kommen, wartet ein kleines Rätselabenteuer auf die Besuchenden: Wer die richtigen Hinweise findet und die Aufgaben löst, kann den geheimnisvollen Entdeckerkoffer öffnen…

Ein weiteres spannendes Thema führt mitten hinein in die Welt des alten Waldes: die Xylobionten – Organismen, die auf und im Holz leben. Dazu gehören zahlreiche Käferarten, aber auch Pilze und andere Organismen. Besonders faszinierend sind Arten, die auf sehr alte Bäume und bestimmte Zerfallsstadien angewiesen sind. Der Eremit ist hierfür ein eindrucksvolles Beispiel. Diese seltene Käferart benötigt Baumhöhlen mit großen Mengen an Mulm und ist damit auf Strukturen angewiesen, die erst über viele Jahrzehnte entstehen können. Hier wird deutlich, warum Totholz im Wald so wertvoll ist. Was für uns wie ein abgestorbener Stamm oder ein morscher Ast aussieht, kann für zahlreiche Arten ein unverzichtbarer Lebensraum sein. Alte Bäume, Höhlen, abgestorbene Äste und liegendes Totholz bieten Nahrung, Verstecke und Brutplätze. Für die vorkommenden Urwaldreliktarten sind solche Strukturen von besonderer Bedeutung. Im NSG Prießnitz wurden insgesamt 12 Urwald-Reliktarten unter den xylobionten Käfern nachgewiesen. Das ist eine bemerkenswerte Zahl. Die aktuelle Untersuchung weist insgesamt 312 xylobionte Käferarten nach. Wo alte Bäume und Totholz fehlen, verschwinden auch die Lebensräume dieser hoch spezialisierten Arten.

Die Ausstellung macht diese oft verborgenen Zusammenhänge sichtbar und lädt dazu ein, den Wald mit anderen Augen zu betrachten. Denn Naturschutz bedeutet nicht nur, seltene Tiere zu schützen. Es bedeutet auch, die Lebensräume zu erhalten, die sie benötigen – und natürliche Prozesse zuzulassen. Neben anschaulichen Exponaten bietet die Ausstellung deshalb zahlreiche Möglichkeiten zum eigenen Entdecken und Forschen. Angebote zu Tierstimmen und ein Forscherschreibtisch machen den Ausstellungsbesuch zu einem Erlebnis für kleine und große Naturforscherinnen und Naturforscher.

So verbindet die neue Dauerausstellung Wissensvermittlung mit Erlebnis und macht neugierig auf das Original vor der Tür: den Prießnitzer Wald. Wer nach dem Besuch hinausgeht, wird vielleicht genauer hinhören, wenn ein Vogel ruft, Ausschau nach einem Eisvogel halten oder einen alten, abgestorbenen Baum plötzlich mit ganz anderen Augen betrachten. Denn hinter manchem alten Stamm und abgestorbenen Ast verbirgt sich eine erstaunlich lebendige Welt.

Gefördert wurde die Ausstellung aus Mitteln der GlücksSpirale über den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.

Die Ausstellung kann besichtigt werden: pro Kind 4 €, ab einer Gruppe von 10 Kindern 2€ pro Kind und ist für NABU-Mitglieer kostenlos.

Wir freuen uns auf euch!


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