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Die Besiedlung von Hornissen im morschen Holz, durch den holzzersetzenden Pilz den Schwefelporling. – Foto: Hans Jacob
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Die Besiedlung von Hornissen im morschen Holz, durch den holzzersetzenden Pilz den Schwefelporling. – Foto: Hans Jacob

Hornissen in einer Baumhöhle – Lebensraum im morschen Holz

Eine Hornissenkolonie hat sich in einer Höhle im unteren Stammbereich eines Baumes angesiedelt. In unmittelbarer Nähe wächst ein orange leuchtender Schwefelporling – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Zersetzung von Holz neuen Lebensraum schaffen kann.

Der auf dem Foto zu sehende Schwefelporling ist ein holzbewohnender Pilz. Er wächst vor allem an geschwächten oder geschädigten Bäumen und baut Bestandteile des Holzes ab (er löst Braunfäule aus). Dadurch wird das Holz im Laufe der Zeit mürbe und es können Hohlräume und andere Strukturen entstehen.

Eine Baumhöhle als Nistplatz

Hornissen benötigen für die Anlage ihres Nestes einen geschützten, möglichst dunklen und ausreichend großen Hohlraum. Dafür kommen unter anderem natürliche Baumhöhlen infrage. Die auf dem Foto erkennbare Höhle befindet sich nur wenige Zentimeter über dem Erdboden – ein ungewöhnlicher, aber durchaus geeigneter Standort für ein Hornissenvolk.

Ob die Höhle tatsächlich durch die Aktivität des Schwefelporlings entstanden ist, lässt sich anhand des Fotos allein nicht sicher sagen. Der Pilz kann jedoch dazu beitragen, dass das Holz im Inneren des Baumes geschwächt und zersetzt wird und dadurch Hohlräume entstehen oder sich vergrößern. Auch andere Faktoren wie Verletzungen des Baumes, Fäulnis oder die Tätigkeit anderer holzbewohnender Organismen können an der Entstehung einer solchen Höhle beteiligt sein.

So wird aus einem geschädigten Baum ein wertvoller Lebensraum: Was für den Baum das Ende seiner Lebensphase einläutet, bietet anderen Arten neue Möglichkeiten zum Leben.

Ein Baum voller Leben

Gerade alte und geschädigte Bäume sind für die Natur von großer Bedeutung. Pilze zersetzen das Holz, Insekten nutzen es als Nahrung oder Lebensraum und Vögel können vorhandene Höhlen als Nist- oder Schlafplatz nutzen. Auch Hornissen finden in solchen Strukturen geeignete Bedingungen für die Aufzucht ihres Nachwuchses.

Der Schwefelporling und die Hornissenhöhle zeigen damit auf besondere Weise, wie eng verschiedene Arten voneinander profitieren können – nicht unbedingt direkt, sondern über die Veränderungen, die sie in ihrer Umgebung bewirken.

Wo Holz zerfällt, entsteht neues Leben. Ein vermeintlich kranker oder absterbender Baum ist deshalb keineswegs wertlos. Im Gegenteil: Totholz und alte Bäume gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft.

Dieses Foto wurde uns zugesandt und aufgenommen von Hans Jacob, vielen Dank!

Euer NABU Team Schloss Prießnitz


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